Die EAN und der Verkauf bei Amazon und co | Online-Händler

posted in: Händler im Handel | 0

UPC, EAN, GTIN, ISBN oder ASIN: Der rote Faden im  der Warencodes

 

Den Anfang in Bezug auf eine einheitliche Regelung machten hierbei die USA. Bereits im Jahr 1973 wurde dort der sogenannte Universal Product Code (UPC) eingeführt. Es handelt sich um eine 12-stellige Nummer, mit der sich alle in den USA gehandelten Waren eindeutig identifizieren lassen. In Europa erfolgte die Gründung der European Article Association im Jahr 1977. Die Organisation führte unter der Bezeichnung EAN (European Article Number) einen eigenen Code ein, der insgesamt 13 Ziffern umfasste. Diese Nummer basiert grundsätzlich auf dem US-amerikanischen UPC, setzt aber eine führende Null ein, um auf eine 13-stellige Ziffernfolge zu kommen. Mittlerweile setzt sich zunehmend die sogenannte GTIN (Global Trade Item Number) durch. Dieser bislang neueste Code zur Produktkennzeichnung fasst alle bisherigen Kennzeichnungen zusammen und setzt führende Nullen ein, um die bisherigen 12- und 13-stelligen Codes weiterverwenden zu können.

Der Einsatz eindeutiger Identifizierungen von Waren und Produkten bringt eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich:

  • Eindeutige Identifizierbarkeit fast aller weltweit gehandelten Artikel
  • Vermeidung von Tipp- und Übertragungsfehlern oder anderen Irrtümern
  • Deutliche Erleichterung in Bezug auf den internationalen Warenverkehr
  • Optimale Möglichkeiten zur automatisierten Lagerhaltung
  • Schnellere Erfassung von Waren an den Kassen von Verbrauchermärkten
  • Verzicht auf die Preisauszeichnung von Produkten in Ladengeschäften

Neben den bereits vorgestellten allgemeinen Warennummern sind am Markt weitere Code-Systeme vertreten. Bei der sogenannten ISBN (International Standard Book Number) handelt es sich um das bekannteste und auch das älteste System, das bereits 1968 eingeführt wurde und bis heute der Kennzeichnung von Büchern, Multimedia-Produkten und Software dient. Die ISBN ist dabei mittlerweile kompatibel zur EAN, sodass auch Bücher in Warenwirtschaftssysteme übernommen werden können, die auf der EAN-Codierung beruhen. Einen Sonderfall bildet darüber hinaus die ASIN (Amazon Standard Identification Number). Hierbei handelt es sich um einen 10-stelligen alphanumerischen Code, der durch die Amazon-Versandhäuser eingeführt wurde und der die Kommunikation zwischen Geschäftspartnern im Internet und die interne Datenverarbeitung bei Amazon erleichtern soll.

Verkaufen bei Amazon: Ohne den richtigen Code geht es nicht

 

Wenn Sie als Online-Händler Produkte bei Amazon verkaufen wollen, dann benötigen Sie zwingend entweder die ISBN, die EAN, den UPC oder die ASIN. Im Regelfall stellt dies kein Problem dar, da die entsprechenden Codes frei verfügbar sind. Bei Büchern oder Software wird die ISBN unmittelbar auf das Produkt selber aufgedruckt. Auf anderen Handelswaren findet sich die EAN oder der UPC meist auf der Verpackung. Die ASIN ist Bestandteil der Produktdetailseiten von Artikeln innerhalb der Amazon-Marktplätze.

Befindet sich ein Produkt, das Sie verkaufen wollen, also bereits im Amazon Katalog, dann erfolgt die Einstellung auf sehr einfache Weise: Geben Sie einfach die ISBN, die EAN, den UPC oder den ASIN ein, wenn Ihnen eine dieser Ziffernfolgen bereits bekannt ist. Alternativ können Sie auch die normale Artikelsuche bei Amazon verwenden, um gezielt Produkte zu finden. Problematisch wird es allerdings dann, wenn Sie ein Produkt anbieten wollen, das bisher noch nicht über eine internationale Identifikationsnummer verfügt. Dies kann unter anderem dann der Fall sein, wenn Sie einen Artikel selber herstellen oder modifizieren oder wenn der jeweilige Hersteller selber bisher noch keine EAN für sein Produkt beantragt hat.

In dieser Situation müssen Sie sich selber um eine EAN für das Produkt bemühen. Bedenken Sie, dass ein Verkauf von Waren bei Amazon grundsätzlich nicht möglich ist, wenn der Artikel nicht über einen internationalen Warencode verfügt. Es ist also zwingend erforderlich, dass Sie sich selber mit der offiziellen Registrierung des Produktes beschäftigen. Angesichts der Komplexität des Themas erscheint dieser Vorgang auf den ersten Blick sehr kompliziert. Eine nähere Beschäftigung mit der Materie zeigt allerdings, dass es auch für kleine oder mittlere Händler ohne größere Probleme möglich ist, eine EAN für eigene Produkte zu erhalten. Im Folgenden erklären wir Ihnen, wie Sie hierzu vorgehen sollten.

 Der Zugang zu individuellen EAN-Codes für Amazon

Die GS1 (Global Standards One) ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das weltweit für die Vergabe von GTINs zuständig und neben den beiden Hauptsitzen in New Jersey und in Brüssel mit nationalen Organisationen in mehr als 100 Ländern vertreten ist. Das weltweit aktive Unternehmen finanziert sich durch die kostenpflichtige Vergabe von eindeutigen Nummern, die an Hersteller und Händler verkauft werden. Die Anfänge der GSI gehen auf den Beginn der 1970er Jahre zurück. Zu dieser Zeit firmierten entsprechende Organisationen allerdings noch unter anderen Namen. Seit 1974 gibt es auch in Deutschland eine eigenständige Vertretung, die heute unter der Bezeichnung GS1 Germany agiert und hier unter anderem für das Artikelnummernsystem GTIN zuständig ist.

Wenn Sie also als Online-Händler eigene Produkte selber mit einer EAN ausstatten wollen, dann ist die GS1 Germany der richtige Ansprechpartner für Sie. Der komplette Prozess gliedert sich dabei in die vier folgenden Schritte:

SCHRITT 1: DAS GS1 COMPLETE LEISTUNGSPAKET

Um die Möglichkeit zur Erstellung eigener EANs zu erhalten, benötigen Sie das GS1 Complete Leistungspaket. Mit diesem erhalten Sie die grundlegende Ausstattung für die eindeutige Identifikation eigener Produkte. Wichtigster Bestandteil ist die sogenannte GLN (Globale Lokationsnummer). Hierbei handelt es sich um einen 7-, 8- oder 9-stelligen Code, mit dem zunächst Ihr eigenes Unternehmen eindeutig identifiziert wird. Die endgültige Länge dieser Basisnummer bestimmen Sie selber. Da die eigentlichen Artikelnummern grundsätzlich über 13 Stellen verfügen, gilt hier: Je kürzer die Basisnummer, desto mehr freie Kapazität steht Ihnen später bei der Generierung Ihrer eigenen Artikelnummern zur Verfügung.